Cordylus tropidosternum - Zwerggürtelschweif
Verbreitung: südliches Afrika, trockene Savannen und Halbwüsten.
Größe: bis 14cm
Lebenserwartung: 10-15 Jahre.
Geschlechtsreife: ab dem 3. Lebensjahr
Haltung: paarweise im Trockenterrarium mit Steinaufbauten. Gruppenhaltung ist in geräumigen Terrarien möglich.
Schutz: WA II / Anhang B
Zwerggürtelschweife sind lustige (aber auch scheue) Gesellen zum Beobachten.
Ihre Hauptaktivitätszeit haben sie am Vormittag. Sie bewegen sich zwar nicht allzuviel,
aber wenn sie einmal rennen, ist das wirklich lustig anzusehen. Das erinnert mehr an
ein Rudern!
Sie sind zwar klein, bestechen aber durch ihr skurilles Aussehen mit ihren roten
Knopfaugen und sind abgesehen davon, recht einfach haltbar.
Bei mir bewohnt eine Gruppe von 2,4 Tieren (zwei männlich, 4 weiblich) ein Terrarium
von 1m² Grundfläche mit 50cm Höhe.
Beleuchtet und beheizt wird mit einer 35W Leuchtstoffröhre Reptiglo 2.0 und
zwei Glühbirnen Namiba Terra CrystalSun 100W und einer mit 60W.
Die Grundtemperatur im Becken beträgt 25-35 Grad.
Eine deutliche Nachtabsenkung ist dem Wohlbefinden der Tiere sehr förderlich.
Die Luftfeuchtigkeit halte ich eher gering (tagsüber ca. 40% und nachts 60-70%).
Wenn ich es ab und zu im Becken kräftig regnen lasse, lecken die Zwerggürtelschweife
die Wassertropfen von den Steinen.
Als Bodengrund dient Sand, stellenweise 10cm hoch eingebracht. Allerdings graben
meine Tiere nicht, was laut Literatur Zwertggürtelschweife schon tun. Wenn sie wollten,
könnten sie jedenfalls!
Mittelgroße Flusskieselsteine habe ich stellenweise auch daruntergemischt.
Eingerichtet ist das Terrarium mit Steinaufbauten, Ästen und Wurzeln. Eine
modellierte Rückwand, mit einer integrierten Höhle, die ich immer feucht halte,
bietet zusätzlichen Aktionsradius - Cordylus sind gute Kletterer, die sich
bevorzugt auf höher gelegenen Aussichtsplätzen aufhalten.
Ausserdem ist wichtig, dass genügend Versteckplätze (in Höhlen, Felsspalten
und/oder Wurzeln) im Terrarium vorhanden sind. Mindestens eines für jedes Tier.
Sinnvoll ist es auch, wenn manche der Verstecke eine höhere Umgebungsfeuchte aufweisen.
Bepflanzt habe ich das Becken mit einer Haworthie und einer Aloe Vera.
Dem Lebenden Stein hat's in meinem Terrarium leider nicht allzu lange gefallen....
Futter: Heimchen und ab und zu Mehlwürmer. Heuschrecken werden von meinen Tieren
verschmäht, täglich frisches Wasser.
Besonderes: Die Tiere decken ihren Flüssigkeitsbedarf auch über die Haut.
Sie sind ovovivipar (eilebendgebärend) und gebären nach einer etwa viermonatigen
Tragezeit bis zu vier lebende Junge.
Cordylus bringen nur jedes zweite Jahr Junge zur Welt.
Ein Haltungsfehler den es zu vermeiden gilt, von dem ich auch weiß dass
er leider bereits passiert ist (mündl. Mitteilung), ist der, dass man die Tiere zu
trocken hält.
In der Annahme, dass sie ihren Flüssigkeitsbedarf eh über die Haut decken, wurden das
tägliche Sprühen und die Frischwassergabe soweit vernachlässigt, bis die Tiere
schließlich an Dehydration starben.
Aber um überhaupt Wasser über die Haut aufnehmen zu können, benötigen die Tiere eine gewisse
Luftfeuchtigkeit und Umgebungsfeuchte. Wo nichts ist, kann man's nicht hernehmen.
Selbst in der trockensten Wüste finden die dort beheimateten Tiere eine Luftfeuchtigkeit
von bis zu über 70%.
Man denke nur an das Nilkrokodil, das sich während der trockensten Zeit im Jahr
für viele Wochen bis Monate einige Meter tief in die immer feuchten Regionen im
Sand vergäbt (Trockenruhe) oder auch an die Dornschwanzagamen, die in ihren selbst
gegrabenen Wohnhöhlen und unterirdischen Gangsystemen eine sehr hohe Umgebungsfeuchte
vorfinden.
Nachdem die Tiere in unseren Terrarien aber nicht die Möglichkeit haben so tiefe Höhlen
und Gänge in eben diese immer-feuchten Regionen unserer Erde zu graben, muß man durch
regelmäßiges Sprühen und die entsprechende Terrariengestaltung die notwendigen
Feucht-Bedingungen schaffen.
Literatur:
Uwe Dost "Das Kosmosbuch Terraristik"
Rogner "Echsen Bd.II", Verlag Eugen Ulmer
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